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Kennen Sie die Lemon-Theorie? „Lemons“ werden in den USA Autos mit groben mechanischen Problemen genannt. Hierzulande eher als „Schrottkarre“ bekannt. George Akerlof war der Erste, der die Auswirkungen asymmetrischer Information bezüglich der Produktqualität untersuchte: Wenn Käufer Güter bezüglich die Produktqualität nur schwer beurteilen können, werden sie im Durchschnitt weniger zahlen, als sie zahlen würden, wenn sie aus leicht zu beurteilenden Gütern hoher Produktqualität wählen könnten. So kann die Marktverdrängung von Anbietern hoher Produktqualitäten bei notwendigerweise höheren Preisen erklärt werden. Wenn sich alle nur nach dem Preis orientieren könnten, so Akerlof, bekommen wir irgendwann nur noch „Lemons“.

Dann ist ja alles klar, Lösung gefunden. Wir müssen alle miteinander dem Verbraucher nur mehr Informationen zur Verfügung stellen und schon ist er bereit, mehr Geld auszugeben. Und was, wenn es den Verbraucher überhaupt nicht interessiert? Seit mehreren Jahren wird von der Lebensmittelindustrie und dem Einzelhandel mittlerweile ein horrender Aufwand getrieben, um die Herkunft der Rohstoffe transparent darzustellen. Raten Sie mal, wie viele Rückfragen ich von Verbrauchern ich in den vergangenen Jahren bezüglich der Herkunft zu beantworten hatte. Leider richtig: nicht eine einzige.

Wer viele Fragen stellt, bekommt viele Antworten. Und die sind bei der Auswahl von Konsumgütern vielleicht gar nicht gewünscht. Weil sie zu unbequem sind. Weil sie zu viel Geld kosten.